Seit Jahren macht Junior jetzt schon Kampfsport; lange bevor er in die Schule gekommen ist, hat er Selbstverteidigung und Selbstbehauptung in einem Kinderkurs gelernt, jetzt macht er seit ein paar Jahren Kickboxen. Die Trainerin ist großartig, doch es gibt ein Aber. Sie kommt häufig zu spät, auch mal deutlich. Ist sie pünktlich, dann wundern wir uns. Das führt aber natürlich nicht dazu, dass wir uns ebenfalls Zeit lassen, im Gegenteil: Wir sind wie gehabt immer mindestens 5 Minuten zu früh – das weiß auch die Trainerin.

Als wir heute also wieder mal 5 Minuten länger als nötig vor dem Kursraum gewartet hatten, kam die Trainerin gehetzt an und rief mir im Vorbeilaufen zu: „Muss noch schnell den Schlüssel holen! Ich hatte schon überlegt, DIR den Code für den Schlüssel zu geben, dann könntest du den Raum immer schon aufschließen.

Ich hab nur müde gelächelt und gesagt, ja, stimmt schon, wir sind immer da – und pünktlich. Aber eigentlich fand ich es unmöglich. Immerhin zahlen wir Geld für den Kurs und zwar eigentlich für eine Stunde, von der ja eh schon Zeit draufgeht, wenn die Kinder sich noch umziehen müssen oder auch nur ihre Straßenschuhe ausziehen. Die verlorene Zeit wird auch nicht hinten angehängt, denn der Folgekurs startet ohne Puffer direkt im Anschluss. Und wenn man etwas besprechen möchte, gibt es auch keinen Raum und keine Zeit dafür, wenn das Zeitmanagement so dermaßen unterirdisch ist.

Was also ist so schwierig daran, pünktlich vor Ort zu sein, den Schlüssel zu holen und den Kursraum vorzubereiten? Ich bin zwar „nur“ Trainerin für Medien und Stimme und so, nicht für Sport… aber ist da ein Unterschied, den ich nicht sehe? Wenn ich gebucht bin von 10 bis 17 Uhr, dann bin ich auch verfügbar von 10 bis 17 Uhr. Auf- und Abbau finden vor und nach dieser Zeit statt, oder ist das bei Kindersport anders?

Ich hatte jedenfalls diesen üblen Geschmack im Mund, als die Trainerin zu mir meinte: „Ja, auf dich ist Verlass!“ Das stimmt auch. Ich hatte hier schon mal darüber geschrieben, wie unangenehm es mir war, als ich mal einen Termin bei meiner Kosmetikerin versäumt hatte. Und auch für Junior möchte ich das nicht. Daher sind wir immer da und versäumen Stunden nur, wenn es einen guten Grund dafür gibt.

Auf dich ist Verlass – was sagt das denn eigentlich über die Trainerin aus? Auf sie ist kein Verlass. Dabei sollte das so sein. Ich weiß nicht, was bei ihr los ist, dass sie es nicht schafft, zu ihren Kursen pünktlich aufzuschlagen. Ich weiß nicht, welche Themen dahinterstehen, dass wir immer wieder warten müssen. Bloß finde ich es merkwürdig, dass sie eher daran denkt, MICH ihren Job erledigen zu lassen, als an ihrem Verhalten etwas zu ändern.

Und ja, es ist nur ein Kinder-Kickboxen-Kurs. Ja, die Kids beschäftigen sich schon irgendwie, wenn sie warten müssen. Aber letztlich sollten sie nicht lernen, dass das in Ordnung ist, oder? Nenn mich kleinlich, aber ich finde, wenn ich für eine Stunde bezahle, dann sollte ich auch eine Stunde bekommen und nicht 45 Minuten. Und ich möchte auch nicht warten auf jemanden, der vertraglich bestimmte Zeiten zugesichert hat.

Auf dich ist Verlass. Ich würde das gern über mehr Menschen sagen können. Weil das ja auch entspannt. Alle Beteiligten übrigens.

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Ein Kommentar

  1. Liebe Anna, ich kenne das Gefühl, wenn man schon weiss, dass jemand sehr wahrscheinlich zu spät kommen wird. Wenn ich dann aber anfange zu überlegen, ob ich meiner Schwester sagen soll, dass wir uns eine Stunde früher treffen als eigentlich geplant, kommt mir das dann unfair vor. Obwohl es ja auch unfair ist, jemanden so lange warten zu lassen. Bei einem bezahlten Kurs ist das natürlich besonders ärgerlich. Hast du die Trainerin darauf angesprochen?

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