Mein Sohn ist 12, daher kannte ich Song und Botschaft selbstverständlich schon, bevor die Top 10 fürs Jugendwort des Jahres 2026 feststand. Seit Wochen singt mein Junior nämlich diesen nervigen Song, leider auch in der nervigen Stimmlage. Und ich? War genervt. Jetzt ist Junior in den Ferien. Und ich vermisse diese Botschaft, die manchmal einfach der beste Reminder von allen ist.

Kurz bevor Junior in seine wohlverdienten Ferien gefahren ist, hatte ich einen Infekt, eine Erkältung, war nicht gut drauf, hatte nur wenig Energie zur Verfügung, dazu Kopfschmerzen. Er kennt das und kann sich auch gut allein beschäftigen, mittlerweile ist er nun wirklich kein Kleinkind mehr. Und trotzdem: Ich entschuldigte mich, sagte ihm, es tue mir leid, dass ich jetzt an unseren letzten gemeinsamen Tagen so wenig schaffe und nicht gut drauf bin. Und Junior? Der hat gesungen:

„Du bist gut genu-ug! Du bist gut genu-u-ug…“

Wir sollten diese Botschaft ernst nehmen

Wenn wir den Satz mal ohne die nervige Stimme nehmen, dann ist das doch eine Botschaft, die man gar nicht oft genug hören kann, oder? Dass jemand neben dir steht, wenn du zweifelst, wenn du glaubst, es nicht zu schaffen, und dir sagt: Du bist gut genug. Auch oder gerade an diesen Tagen.

Also ich fände es schön, wenn gerade junge Menschen diese Botschaft früh und tief verinnerlichen würden. Also wenn sie es wirklich glauben könnten. Verstehen, dass Leistung nicht immer abrufbar ist und Performance nicht die Voraussetzung für Liebe und Anerkennung. Ich hätte diesen Satz jedenfalls gern früher gehört. Vielleicht hätte ich ihn dann verstanden und könnte ihn bis heute für mich annehmen.

Wenn es also ein nerviges Lied braucht, um gute Gedanken zu transportieren, dann bin ich voll dabei. So etwas darf gern Jugendwort des Jahres werden. Und wenn es dann so ist, wünsche ich jedem Menschen da draußen einen Junior, der da ist und bei Zweifeln anfängt, zu singen und zu strahlen: Du bist gut genu-ug! Du bist gut genu-u-ug…

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