50,5 Kilometer, 73.400 Schritte. Das war mein Samstag. Padermarsch. Wenig erholsam, aber dafür eine krasse Erfahrung für mein Tagebuch.
(Über Herausforderungen und Willenskraft habe ich übrigens auch im Verbindung schaffen – Podcast gesprochen. Du kannst dir die Geschichte also auch anhören.)
Aber von vorn: Mies geschlafen, aber doch aufgekratzt bin ich morgens um 4:30 Uhr aufgestanden, damit ich auch pünktlich am Start zum 50-Kilometer-Marsch ankommen würde. Schnelles Frühstück, schneller Kaffee, Rucksack geschnappt und los. Dann noch meinen Mitstreiter eingesammelt und – wer mich kennt, kann sich das vielleicht denken – fast auf die Sekunde pünktlich beim Check-in in Paderborn gewesen. Hallo Padermarsch!
Kurz drüber nachgedacht, wie ich auf diese Schnapsidee gekommen war und ob wir das wirklich wollen – na klar (oder?). Wir hatten Tickets für die letzte Startergruppe und schauten uns die anderen Verrückten an, die meisten sahen professioneller aus als wir, aber einige wirkten auch, als wollten sie nen kleinen Spaziergang machen und hätten sich beim Event vertan. Also wirklich bunt gemixt das Feld.
50 Kilometer lagen vor uns und ich darf jetzt schon verraten: Wir hätten beide nicht gedacht, dass wir uns so sehr quälen würden. Ich wusste, dass 30 Kilometer kein Problem sein würden, aber dann würde es hart werden. Und so in etwa war es auch.
Denn diese Distanz ist einfach sehr weit weg von dem, was wir so im Alltag machen. Da merkst du das viele Sitzen und dass unsere Beine und Füße eher selten solche Strecken marschieren (also eigentlich nie, oder?). Der vierte Verpflegungspunkt lag bei Kilometer 34 und spätestens ab da waren wir so gar nicht mehr leichtfüßig unterwegs. Wir wussten, dass da noch eine fiese Steigung vor uns lag und eben noch etwa 16 Kilometer.
Ab diesem Zeitpunkt überholten wir auch häufig Teilnehmende, die irgendwo auf Bänken, Baumstämmen oder auf dem Boden saßen und ihre Füße mit Pflastern und Tape versorgten. Also ja, es ist hart. Wir hatten beschlossen, einfach durchzuziehen, keine zusätzlichen Pausen neben den Verpflegungspausen. Denn so schön sich Sitzen in dieser Situation auch anfühlt, umso schwieriger wird es, wieder aufzustehen und weiterzulaufen. Die ersten Schritte nach der Pause sind schmerzhaft, also besser nicht stehenbleiben.
Am härtesten war natürlich der letzte Streckenabschnitt nach Verpflegungspunkt fünf. Noch gut sechs Kilometer lagen vor uns, was natürlich ein Witz ist, wenn man bedenkt, dass man ja schon 44 Kilometer hinter sich hat. Und doch: Diese paar Kilometer sind wir nur noch durch pure Willenskraft gelaufen. Nur noch irgendwie ankommen war unsere Devise.
Im Ziel habe ich die Aktivität meiner App gestoppt: 11:14:05 Gesamtzeit für die Strecke – inklusive Pausen. Mein Mitstreiter hatte bei den Verpflegungspausen auch immer die Aktivität in der App gestoppt. Reine Laufzeit nach seiner App: 09:36:36. Und dafür, dass das unser erstes Wander-Event mit dieser Distanz war (also eigentlich unser erstes Wander-Event überhaupt), finde ich unser Ergebnis nicht übel.
Denn was es wirklich bedeutet, 50 Kilometer zu wandern, kann man sich nicht so wirklich vorstellen, bevor man es dann gemacht hat. Jetzt hatte ich einen Tag Erholung und eben fragte mich meine Nachbarin: „Und, machst du es nächstes Jahr wieder?“ Ganz ehrlich, Stand heute würde ich sagen: Nein, einmal reicht mir.
Aber dann denke ich an die vielen, vielen Teilnehmenden, die ihre Teilnahme-Bändchen von den Megamärschen am Rucksack baumeln haben. Und wer weiß, wann ich das nächste Mal über einen Aufruf zur Teilnahme stolpere und in mir die fixe Idee entsteht: Das mache ich! Und wenn es nur ist, weil ich es noch nie gemacht habe…
Infos zum Padermarsch gibt es hier. Danke an die tolle Organisation, die wirklich gute Verpflegung und die großartige Stimmung den ganzen Tag über, lieber Alpenverein Paderborn (DAV Sektion Paderborn). Schön war’s!
Du kannst mir übrigens einen Kaffee-Regen schenken, wenn dir danach ist. Weil Geben und Nehmen zusammengehören. Meine Kaffeekasse findest du hier.
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