Die besten Projekte entstehen aus einem „Ja“. Nicht aus langer Planung, stundenlangen Meetings und einem Team mit unendlicher Energie… Also schaden kann es nicht, is klar, aber was viel wichtiger ist, ist die Lust auf das, was es werden könnte. Es gibt ja dieses Buch von Shonda Rhimes, „Year of Yes“, einfach mal machen, daran musste ich denken, als ich die Impulsfrage gelesen habe: Warum eigentlich nicht? Und Projekte, die so starten, sind mir wirklich die liebsten.

Aus so einem Impuls ist mein Gruppenprogramm 28 Tage Content entstanden. Da waren so viele Menschen in meiner Community, die sich Motivation wünschten, um regelmäßig zu schreiben. Und kleine Anstöße, um wieder ins Schreiben zu finden.

Ich dachte: Warum eigentlich nicht? Also bastelte ich innerhalb von zwei Wochen (oder so) eine E-Mail-Liste und eine Facebook-Gruppe, dachte kurz darüber nach, welche Impulse für diesen Zweck wohl hilfreich sein könnten und machte es einfach.

Das war der Grundstein für meine Community, deren Kern bis heute existiert. Seit 8 Jahren. Denn wir können so gut wie alles, wenn wir Impulsen folgen. Ich hatte keine Ahnung, was sich aus dieser Idee alles entwickeln würde und vielleicht hätte ich Angst bekommen, wenn man es mir gesagt hätte. Aber so habe ich es einfach immer wieder gemacht. Jedes Jahr. Es weiterentwickelt, umgebaut, und doch den Kern beibehalten. Denn der ist ja gut – die Antwort auf die Frage nach Regelmäßigkeit.

Einfach immer weitergemacht: Die Blognacht

Bei der Blognacht war es auch so: Sie entstand in einer Phase, in der es schwerfiel, sich Zeit zum Schreiben freizuschaufeln. Weil alles zu viel war. Weil alles unsicher war. Und weil wir nicht wussten, wie lange diese Phase anhalten würde. Die Gemeinschaft bringt Verbindlichkeit, Freude, eine angenehme Atmosphäre – das wusste ich. Musste nur einer machen.

Also dachte ich: Warum eigentlich nicht? Und erschuf einen Raum zum Schreiben. Einen Zeitrahmen, einen Ort, an den man gern geht und auch wiederkommt. Es ist kein aufwändiges Angebot, nur ein Meeting und ein immer gleicher Ablauf. Es braucht keine Zauberei, nur ein „Ja“.

Während ich diese Sätze hier tippe, sitze ich in der 65. Blognacht. Vor 5 Jahren fand die erste dieser Veranstaltungen statt, es ist also ein Jubiläum. Ja, ich habe zwischendurch gezweifelt. Habe mich gefragt, ob dieses Format noch passt, zu mir, zu den Schreibenden, zum Leben. Und als ich meine Zweifel mit der Community geteilt habe, wusste ich, dass es noch da war, das „Ja“ – von den Mitschreibenden und auch von mir.

Es gibt keinen Grund, es nicht zu machen. Wenn in diesem Raum Erkenntnisse entstehen, Texte und Verbindungen, dann muss man das doch machen! Es wurden Blogs gebaut, weil Menschen mitgeschrieben haben, die dann einen Ort für die entstandenen Texte suchten. Und es gibt so viele Geschichten, die vermutlich nie geschrieben und veröffentlicht worden wären, wenn ich nicht zur Blognacht gerufen und einen Impuls in die Runde geworfen hätte.

Wenn andere „Ja“ sagen: #SoSollWeb

Noch ein weiteres Projekt ist in der Welt, weil Annette eine Idee zu einer Blogparade hatte. Ich fand dieses angestoßene Projekt zu gut, um es in der Versenkung verschwinden zu lassen, daher sagte ich: Mach das doch weiter! Als eigenständiges Projekt. Und Annette sagte: Warum eigentlich nicht?

Seitdem gibt es #SoSollWeb als Blogprojekt, das noch zu stiefmütterlich von uns behandelt wird, aber auch da ist das „Ja“ unverändert. Und daher werden wir auch weitermachen. Ist einfach zu gut, um es nicht zu machen.

Denn dort sammeln wir Geschichten und Ideen, wie das Web genutzt wird, um Gutes zu schaffen. Um Verbindungen zu bauen und um Menschen und Projekte zu unterstützen. Wir können über das Web mit Menschen in Kontakt kommen, die wir sonst nie getroffen hätten. Aus diesen Begegnungen können wunderbare, berührende Geschichten werden – und langfristige Kooperationen, auch Freundschaften. Das haben wir selbst schon oft erlebt.

Das Web ist ein guter Ort, wenn wir es dazu machen. Daher: Wenn wir aktiv bleiben, positiv und zugewandt, dann haben Aufregung und Hate Speech keine Chance. Um zu zeigen, wie Web eben auch sein kann, sammeln wir die kleinen und großen Geschichten, in denen das Internet Gutes ermöglicht hat. Vernetzung ist kein Zufall. Es geht um Menschen und Gespräche, das sagt Annette immer und es ist für mich die Botschaft, die wir immer und immer wieder teilen dürfen.

Und wenn du dich jetzt fragst „Warum?“, dann kann ich nur sagen: Warum eigentlich nicht?

Dieser Beitrag ist in der 65. Blognacht entstanden. Das Impulsthema: „Warum eigentlich nicht?“

Du kannst mir übrigens einen Kaffee-Regen schenken, wenn dir danach ist. Weil Geben und Nehmen zusammengehören. Meine Kaffeekasse findest du hier.

3 Antworten

  1. […] Mein eigener Artikel darf auch in dieser Jubiläums-Blognacht die Liste abschließen – natürlich schreibe ich den Impuls. Ein Text über Projekte, die spontan entstanden sind, weil jemand sich dachte: Das kann gut werden, müsste nur jemand machen! Auch die Blognacht selbst ist übrigens so ein Projekt. Warum eigentlich nicht? […]

  2. Letztes Jahr im Herbst habe ich einem Menschen,
    den ich nur übers Internet kannte,
    eine Nachricht geschrieben und gefragt,
    ob wir uns treffen wollen, weil ich
    -mehr oder weniger-
    in der Nähe war.

    Was hatte ich Angst.
    Was hatte ich Selbstzweifel.
    Warum sollte sich der Mensch Zeit nehmen?
    Und das ausgerechnet für mich?

    Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
    Meine Selbstzweifel,
    meine Ängste wurden wieder laut.
    Sehr laut.
    Kaum zu überhören,
    geschweige denn zu ignorieren.

    Zitternd öffnete ich die Nachricht,
    las die Worte.

    Immer und immer wieder.

    „Na klar.
    Sehr gerne.“

    Ich konnte mein Glück nicht in Worte fassen.

    Dachte „vielleicht hat sie sich verschrieben.
    Vielleicht hat sie den falschen Absender gewählt.“
    Doch, das hatte sie nicht.
    Und ich,
    ich habe geweint vor Glück.

    Wenige Wochen später saßen wir beim Inder in Bad Pyrmont.

    Eine Begegnung,
    die mein Herz erwärmt hat!

    „Warum eigentlich nicht?“ –
    sich manchmal Dinge trauen?

    Es könnte ja gut werden

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