Du düst mit dem Rad in die Innenstadt, um ein paar notwendige Besorgungen zu machen. Natürlich hast du so lange gewartet, dass sich dieser unliebsame Trip auch lohnt – du weißt, dass du in etwa sieben Läden musst und hast einen Plan, wie du sie möglichst schnell abarbeiten kannst, damit du fix wieder zuhause bist. Die Roadmap steht fest. Der erste Zielpunkt ist erreicht. Du parkst dein Rad und schließt es an. Und plötzlich spürst du etwas Warmes auf deinem Kopf.

So richtig identifizieren konnte ich es nicht, aber ich spürte keinen Schmerz. Schon mal gut, es war nicht mein Blut, das sich auf der Kopfhaut verteilte. Als ich nach oben schaute, hatte ich eine Vermutung, was es war, denn ich stehe unter einem Baum.

Ich dachte immer, sowas passiert nur im Film. Aber nicht mir. Dann denke ich an meine Kursfahrt, die Tour an den Golf von Neapel und unsere Tagesausflüge – Rom und Vatikan. Und ich denke an Jascha, der mitten auf dem großen Platz vor dem Petersdom von einer Taube getroffen wird. Verrückt. Aber alle wissen sofort: Das bringt Glück! Passiert nämlich doch nicht ständig, ist also was Besonderes.

Wenn nicht mal Helme vor dem Glück schützen

Mein Glück muss besonders gewichtig sein, denn ich hatte meinen Fahrradhelm auf dem Kopf. Und die Taube hat es geschafft, den Helm nur minimal zu treffen. Sie hat wohl genau in eins der „Löcher“ gezielt, damit das Glück mich auch wirklich trifft. Danke, Taube!

Ich habe Junior nachschauen lassen, wie genau das Glück auf meinem Kopf wohl aussieht. Und er sagte: Sieht man kaum. Es ist da, aber unauffällig. Ich glaub, das ist der Grund, warum wir unser Glück so oft nicht richtig wahrnehmen. Es ist da, sucht sich Wege, selbst dann, wenn wir Schutzkleidung tragen, aber es ist gar nicht so auffällig – jedenfalls nicht, wenn wir nicht Gustav Gans sind.

Also vielleicht müssen wir genauer hinschauen und hinspüren und bemerken: Es ist etwas da. Nicht sofort für alle sichtbar, nichtmal für uns selbst vielleicht, aber in dem Moment, in dem es uns trifft, können wir es wahrnehmen – sogar unterm Schutzhelm.

Wenn du Lust auf meine Gedanken zum kleinen Glück hast, dann hör doch mal in meinen Podcast rein: Von kleinen Momenten, dem großen Glück und dem Traum von Panama

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