Am Montag habe ich mit einem meiner liebsten Kunden gesprochen, wir haben neue Themen festgelegt und uns darüber ausgetauscht, wie wir den Blog jetzt am cleversten an den Start bringen. Eigentlich ist es das, was ich schon mit ganz vielen Kunden und Kundinnen gemacht habe. Aber die Zeiten sind anstrengend und wenn man jetzt von null startet mit Content, also mit Bloggen, dann ist das nicht vergleichbar damit, wie man seinen 10 Jahre alten Blog optimiert. Aber ich hab immer noch Vertrauen in guten Content. Und wenn da auf Kundenseite Zweifel sind, dann hab ich Vertrauen für beide. Was es dann noch braucht? Vertrauen in mich. Und das hat dieser Kunde, mehr als ich mir vorstellen kann. Und weißt du was? Das ist genau das, was ICH gerade brauche.

Wir sitzen also im Meeting und stellen fest: Du brauchst mich und ich brauch dich. Hab ich auch nicht mit all meinen Kunden und Kundinnen, dass man das so feststellen kann, aber mit vielen geht das. Eine andere Kundin spiegelt mir so zauberhaft meine Arbeit und stupst mich an, macht die blinden Flecken für mich sichtbar.

Wenn du deine eigenen Tipps nicht umsetzt

Denn vieles, was ich anderen rate, beherzige ich für meine eigene Arbeit gerade nicht. Ist ja oft so: Der Schuster hat die ausgetretensten Schuhe, die Webdesignerin die hässlichste Website und so weiter. Und ich sehe Storyline, Angebote und Schreibstimme bei anderen, entwickle Angebote und erkläre sie in den passenden Worten. Aber für meinen eigenen Content kriege ich die Klarheit und Ruhe nicht beisammen.

Ich sage also: Mach mal Pause, komm zur Ruhe, lass all deine Gedanken erstmal sacken, dann findet sich auch das nächste Thema und die Motivation, das Schreiben weiterzuentwickeln. Und sie sagt: Dir ist aber schon klar, dass du das 1:1 auch auf deine Situation übertragen kannst? Buch in die Schublade, zur Ruhe kommen, nicht so viel grübeln, alles mal so lassen wie es ist und dann fühlen, was als nächstes kommen will?

Ja, ich fühl mich ein bisschen ertappt. Denn ich komme vom Prokrastinieren ins Overperforming, dann wieder in die Erschöpfung, dann wieder in die alte Routine, die nicht mehr passt… und immer suche ich den nächsten Schritt, die nächste Methode, das nächste Projekt. Anstatt mal Pause zu machen. Echte Pause.

„Jeder bekommt wohl die Community, die er verdient“

Im Februar hatte eine Teilnehmerin meines Programms 28 Tage Content den Zusammenhalt und die freundliche Stimmung in der Gruppe betont. Sie meinte, das sei außergewöhnlich (ich selbst sehe das nicht mehr, denn die Community ist jedes Jahr so – seit 2018). Sie freute sich also und schrieb mir, das müsse ja einen Grund haben, dass da fast nur nette, unterstützende Leute zusammenkommen. Ihr Fazit: Jeder bekommt wohl die Community, die er verdient.

Damit kann ich was anfangen, denn ich war auch schon in Communitys, in denen es nicht so freundlich zuging. Also auch hier hängt es natürlich zusammen: Ich bin nett und es gibt Menschen, die das anzieht. Viele davon sind ihrerseits nett. Und auch hier: Was, wenn die auch zu mir gekommen sind, damit ich was daraus mitnehme? Zum Beispiel, dass ich da was Gutes aufgebaut habe. Oder dass ich einen Ton treffe, der nette Menschen anzieht. Nicht so schlecht, finde ich.

Und was ist mit den blöden Kunden und Kundinnen?

Ich glaub, auch die kommen, damit wir was lernen. Vielleicht sollen wir lernen, unsere Grenzen klarer zu ziehen oder zu kommunizieren. Oder aber wir sollen lernen, Nein zu sagen. Vielleicht sollen wir auch lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn mal ein Kunde unzufrieden ist, denn manchmal passt es einfach nicht. Und wenn es so gar keine Wertschätzung gibt, dann macht die Arbeit auch keinen Spaß. Auch ein Learning.

Vielleicht ist alles genau so, wie es sein soll. Damit wir weiterkommen. Für mich als Dienstleisterin und Beraterin kann ich das jedenfalls im Rückblick so sagen. Der Kunde, der meine sprachwissenschaftliche Expertise eingekauft hat, obwohl das so nirgends steht, hat mich dazu verleitet, wieder mehr Fachliches zu schreiben. Die Kundin, die von mir eine Brand Story und Strategie kaufen wollte, obwohl es das Angebot noch nicht gab, hat mich ein neues Beratungs-Paket erfinden lassen. Und so weiter.

Vielleicht hat jede dieser Begegnungen einen Grund und ich darf aus der Zusammenarbeit etwas lernen. Diesen Gedanken hatte ich jedenfalls am Montag und es kann ja sein, dass genau dieses Thema auch für einen von euch da draußen spannend ist. Kennst du das? Dieses Gefühl, dass da Menschen in dein Leben kommen, damit du was lernst?

Du kannst mir übrigens einen Kaffee-Regen schenken, wenn dir danach ist. Weil Geben und Nehmen zusammengehören. Meine Kaffeekasse findest du hier.

2 Antworten

  1. Deine Frage kann ich vollumfänglich mit einem großen JA beantworten, liebe Anna.
    Ich lerne so lange wir uns kennen von Dir und Du hoffentlich auch von mir. Denn das ist das pure LEBEN!
    So schön, interessant, liebenswert und lebenswert.
    Danke für Deine immer inspirierenden Gedanken.
    Dein Superfan
    Margaretha

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