Das bin heute wohl ich. So fühl ich mich jedenfalls in diesem Moment, wie konnte ich nur so blöd sein! Und: Nie wieder werde ich das mit mir machen lassen. Denn ich bleib ja ich bei der ganzen Sache.

Am Freitagnachmittag bekam ich die Nachricht: Die neuen Fenster kommen am Dienstag ab 8:30 Uhr. Okay, so weit, so gut. Ein Tag oder eineinhalb Tage Chaos, ich wusste ja dass das kommen würde, immerhin waren die Spezis schon mehrfach zum Messen da gewesen. Ich fragte also nur kurz nach: Wie ist das denn so? Das staubt doch bestimmt wie sau, oder? Ich bekam zur Antwort: „Nee, also ein bisschen schon, ja, aber nicht schlimm, damals bei uns und bei Herrn Ö war das auch kein Thema…“

Na gut, ich hatte ja eh am Wochenende andere Dinge im Kopf. Dann kümmere ich mich später darum, beschloss ich. Alles easy.

Heute Morgen kamen sie dann mit den Fenstern, sie wollten erstmal alle Fenster an die richtigen Stellen im Haus bringen, na klar, kein Thema, ergibt Sinn. Danach wolle man dann in unserer Wohnung anfangen, damit wir am schnellsten wieder den ganzen Platz für uns haben – da hatte ich natürlich nicht nein gesagt.

Und ich fragte noch mal, diesmal bei den Experten direkt: Staubt das denn nicht ganz fürchterlich? Soll ich noch was wegräumen? Wie wäre es am besten? – „Nein nein, alles so lassen!“, versicherte man mir: „Wir haben hier Sauger und (irgendein cooles Gerät, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe), wir machen das schon.“

Und jetzt darfst du raten, was passiert ist. Alles in meiner Wohnung, und ich meine wirklich ALLES, ist von einer dicken, fetten Staubschicht bedeckt. Ich lebe jetzt in einer Wohnung, die vermutlich für Asthmatiker problematisch wäre. Im Schlafzimmer hatten sie mein Bett mit etwas Malerfolie abgedeckt, später in der Küche die Küchenzeile abgeklebt – zumindest einen Teil davon, etwas lieblos vielleicht. Aber das ist völlig egal, denn auch da, wo ich Folie gesehen hatte, ist diese Staubschicht.

Ich bin so unendlich dumm, dass ich das mitgemacht habe. Mein gesunder Menschenverstand, alles in mir hat geschrien: „Es wird vollstauben!“ – aber ich habe denen geglaubt. Weil ich dachte, sie wüssten was sie tun. Oder weil ich es glauben wollte. Denn nein, ich hatte keine Zeit und auch nicht die Energie, um meine ganze Wohnung leerzuräumen. Es hörte sich einfach zu gut an.

Und jetzt habe ich nicht nur mehrere Arbeitstage verloren, weil ich hier in meiner Wohnung, die ja mein Arbeitsplatz ist, weder Platz noch Ruhe zum Arbeiten hatte. Nein, ich werde zusätzlich ungefähr einen Tag damit zubringen, alles, und ich meine ALLES in meiner Wohnung abzustauben, zu waschen, zu wischen.

So fühle ich mich heute wie der dümmste Mensch der Welt. Weil ich gutgläubig war. Weil ich nicht nachgehakt habe. Weil ich nicht kritisch war. Und außerdem noch, weil ich zu viel Kram in meiner Wohnung habe. Zu viele Projekte, die ich vielleicht irgendwann noch fertigstellen will. Dinge, die wir nicht mehr brauchen, aber die noch keinen neuen Besitzer gefunden haben. Dinge, Dinge, Dinge, die jetzt alle mit einer fetten Staubschicht überzogen sind.

Hätte man mir die Wahrheit gesagt, dann hätte ich diese beschissene Folie selbst in meiner Wohnung verteilt und sorgfältig abgeklebt. Ich hätte geräumt, gemacht und getan. Aber ich habe es nicht. Weil ich darauf vertraut habe, dass die Experten wissen, was sie tun. Ich würde meine Kunden und Kundinnen, nein niemanden – ich würde niemanden in eine solche Situation bringen. Nie, nie, nie. Denn ich würde nicht wollen, dass sich irgendjemand so fühlt wie ich gerade.

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2 Antworten

  1. Das muss auf gar keinen Fall so laufen: Bei einer Bekannten haben die Handwerker eine Schmutzschleuse (zwei Folien-„Vorhänge“ hintereinander) zur Vorbereitung hochgezogen. Wahrscheinlich haben deine Spezis sich auch selbst nicht gegen den Staub geschützt? Ich hoffe, du konntest deine Nachbar vorwarnen und dass die Wohnung bald vom Staub befreit ist. Liebe Grüße, Astrid

  2. Aber du hast doch nachgehakt, mehrfach nachgefragt. Ich würde wohl eine geharnischte Beschwerde schreiben und die Rechnung um 30% kürzen bzw. eine Wandlung fordern.

    Jedenfalls hast du mein ganzes Mitgefühl und ich finde dich gar nicht dumm!

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